Wie lernt unser Gehirn? Und was hat das mit pferdegestütztem Coaching zu tun?

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Laut dem Biopsychologen Onur Güntürkün, Professor für Biologische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum, sind zwar nicht alle Mechanismen des Lernens bekannt, aber ein sehr wichtiger und mächtiger Prozess ist klar: Nämlich dass das Gehirn vor allem Dinge lernt, die es nicht erwartet hat.

Ständig versuchen wir vorauszusagen, wie z. B. Prozesse ablaufen, wie sich Menschen verhalten und wie sich Situationen entwickeln werden. Treten unsere Erwartungen dann nicht ein, wird das Gehirn aktiv und justiert mit Hilfe des Botenstoffs Dopamin genau die Stellen neu, die diesen Vorhersage-Fehler verursacht haben.

Was bedeutet das nun für unser Lernen?

Erstens, dass wir besonders gut Dinge lernen können, die etwas anders sind bzw. sich anders entwickeln als das, was wir vorhergesagt haben. Dies geschieht aber nur oder vor allem dann, wenn wir ein schnelles Feedback von diesen Abweichungen erhalten. Eine schnelle Rückmeldung spricht die biophysikalischen Prinzipien des doparminergen Systems positiv an.

Zweitens wird dieses System dann besonders aktiv, wenn wir Dinge ausprobieren, entdecken und herausfinden können und das auch noch Spaß macht. Dabei kommt es nicht darauf an, anderen Menschen über die Schulter zu sehen und zu beobachten, wie diese etwas tun – mit dem Ziel daraus zu lernen. Den maximalen Lerneffekt haben wir, wenn wir selber aktiv werden, eigene Entscheidungsprozesse durchlaufen und Erfahrungen machen.

Wie unterstützt pferdegestütztes Coaching den maximalen Lernerfolg?

Im pferdegestützten Coaching arbeiten unsere Teilnehmerinnen mit Pferden in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Führungs- und Kommunikationskompetenz.

Pferde dienen dabei als Werkzeug oder Medium, es geht ausschließlich um den Menschen!

Zu 1: Wir lernen Dinge gut, die anders sind bzw. sich anders entwickeln als gedacht und wir ein schnelles Feedback der Abweichungen erhalten

Die Verlagerung des Coachings auf den Reitplatz, d. h. in eine Umgebung, die mit dem täglichen Büroalltag meist wenig bis gar nichts zu tun hat sowie die Arbeit mit Pferden und Ponys, also mit Tieren, die ein Körpergewicht von ca. 250 – 600 kg haben, holen wir unsere Teilnehmer aus ihrer Komfortzone heraus. Sie agieren somit im „Ungewissen“, müssen sich auf neue Gegebenheiten und fremde Charaktere einstellen, ihre Ziele neu definieren und ihre übliche Herangehensweisen an Aufgaben überdenken und verändern.

Pferde und Ponys reagieren unmittelbar auf uns und auf unser Verhalten. Im Geschäftsalltag ist dies meist nicht der Fall. Hier erhalten wir oft erst dann ein Feedback, wenn unser Mitarbeiter gekündigt hat oder ein Geschäft nicht zustande gekommen ist. Die sofortige Rückmeldung der Pferde erfolgt immer wertfrei, so dass unsere Teilnehmer diese annehmen und – das ist die große Chance – ihr Verhalten sofort verändern können. Auch der Effekt des neuen Verhaltens kann mit den Pferden überprüft werden.

Zu 2: Den maximalen Lernerfolg erzielen wir, wenn wir Dinge ausprobieren, entdecken und herausfinden können und es auch noch Spaß macht.

Der Erlebnis-Charakter unserer Coachings, das „Aktiv-Sein“ mit einem lebendigen Wesen, das uns Feedback auf unser Verhalten und unsere Außenwirkung gibt sowie die Übertragung des mit Pferden Gelernten auf unseren individuellen Berufsalltag resultieren nicht selten in einem „AHA-Effekt“, der emotional verinnerlicht und abgespeichert werden kann. Darüber hinaus ist pferdegestütztes Coaching – fern ab vom Geschäftsalltag – ein Tag in der Natur, der Spaß macht und Ent-Spannung bringt.

Transfer in den Geschäftsalltag

Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die unsere Teilnehmerinnen bei der Arbeit mit den Pferden gewinnen, setzen sie unmittelbar in Bezug auf ihren Berufsalltag. Daraus können klare Maßnahmen abgeleitet werden. Die emotionale Verankerung des Gelernten wird auch später – in vergleichbaren Situationen im Alltag – abrufbar.

Fazit

Die Impulse und Erkenntnisse aus unserem pferdegestützten Coaching haben somit beste Voraussetzungen, schneller und effektiver abgespeichert zu werden und sind damit nachhaltiger als theoretisches Lernen.

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