Gute Mischung oder hoch explosiv? Konflikte zwischen den Generationen

Welches sind die Bereiche im Unternehmen, die zwischen den Generationen die meisten Konflikte verursachen? Welche Altersklassen sind in diesen Bereichen genervt oder eher gelassen?

Diesen Fragen sind Jutta Rump und Silke Eilers vom Ludwigshafener Institut für Beschäftigung und Employability nachgegangen und haben in einem Zeitraum von 2 Jahren 310 betriebliche Entscheider befragt.

Die meisten Befragten sehen folgende Bereiche als potenziellen Zündstoff:

  1. Unterschiedliche Arbeitsweise
  2. Abweichung im Kommunikationsverhalten
  3. Umgang mit Innovationen
  4. Umgang mit Veränderungen
  5. Unterschiedliches Arbeitstempo

Interessant ist, dass die verschiedenen Altersgruppen die Bedeutung des möglichen Konfliktpotenzials unterschiedlich bewerten. So messen zum Beispiel die Altersgruppe der „Unter 35 Jährigen“ und die Gruppe der „35-55 Jährigen“  das Konfliktpotenzial, das durch unterschiedliche Arbeitsweisen entsteht, deutlich höher ein als die Gruppe „55+“.

Aber es gibt auch Diskrepanzen zwischen den „jüngeren Altersgruppen“. So sieht die Generation der unter 35 Jährigen kein großes Konfliktpotenzial beim unterschiedlichen Kommunikationsverhalten der Generationen, wohingegen die Altersgruppe 35-55 dies sehr wohl erkennen will. Ein Grund dafür könnte sein, dass die „mittel- und älteren Kollegen“ eine rein virtuelle Kommunikation als eher „unhöflich“ empfinden, während dies für die jüngere Generation zur Norm gehört.

Die Studie zeigt ebenfalls, dass die unter 35 Jährigen generationsbedingte Konflikte generell entspannter sehen. Dies mag an einer höheren Toleranz oder aber auch schlichtweg an der fehlenden Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den älteren Generationen liegen.

Generell können wir sagen, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen den Generationen – wie auch zwischen unterschiedlichen Persönlichkeiten – im Betrieb immer auf Toleranz, Verständnis und einer stimmigen Kommunikation aufbaut. Wichtig ist, dass Konflikte früh erkannt, aufgelöst und geklärt werden können.

Die Studie mit dem Titel „Generationen-Mix: Gestalten statt verwalten“ ist im Verlag Wissenschaft & Praxis erschienen.